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Es ist richtig und auch empfehlenswert, bei einer anstehenden Beisetzung einen Preisvergleich durchzuführen. Und das erst recht in Zeiten steigender Ausgaben, welche an den Haushaltsbudgets zahlreicher Familien nicht spurlos vorübergehen. Aber den Klagen und Beschwerden nach zu urteilen, nutzen falsche Billig- oder Discountbestatter diesen Zwang zum Sparen bei ihren Kunden offenbar schamlos aus.
Es verlief in den problematischen Fällen immer so: Bei der Internetsuche nach einem Bestattungsunternehmen erschienen Offerten in den Ergebnissen der Suchmaschinen, in denen Beisetzungen meist für knapp unter tausend Euro oder sogar deutlich darunter angepriesen wurden. Hier und dort verhießen auch in Tageszeitungen und Wochenblättern geschaltete Anzeigen unrealistische Summen. Auf den ersten Blick sehen diese erst einmal interessant für jeden Menschen aus, der die traurige Aufgabe hat, eine Bestattung ausrichten und dabei trotzdem auch sparen zu müssen. Derartige Preise für eine seriöse Bestattung wären in der Tat unschlagbar. Laut den Beschwerden war es dann aber bei
schwarzen Schafen der Branche so, dass die in Auftrag gegebene
Beisetzung entweder völlig lieb- und würdelos ablief, nach wortwörtlichen
Aussagen "wie eine Entsorgung" oder aber - was noch häufiger vorkam
- sich die einige Wochen später ins Haus geflatterte Rechnung für
die Beisetzung auf ein Mehrfaches des ursprünglichen
Preises erhöht hatte.
Da wurden dann anstatt des dreistelligen
Betrages aus der Werbung auf einmal einige Tausender gefordert, zahlbar innerhalb von zehn
Tagen. Es standen teilweise Posten auf den Rechnungen, von denen im Onlineangebot und auch später bei der Auftragsvergabe nie die Rede war. Ob bei Nichtzahlung ein
Inkassobüro zum Eintreiben des Geldes beauftragt oder mit einem Eintrag bei der Schufa gedroht werden würde ist nicht bekannt. Letztendlich ging es den
zwielichtigen Bestattungsfirmen offensichtlich immer nur darum, durch sensationelle Preisangebote überhaupt erst einmal den Fuß in die Tür zu bekommen und die unwissenden Kunden dann in aller Ruhe frech abkassieren zu können ... Woran lag es? Wenn Ihnen und allen anderen interessierten Menschen ein vorher für Sie völlig unbekannter Autohändler die fabrikneue Limousine von Mercedes oder Audi für nur fünftausend Euro als Regelangebot bietet oder ein neu eröffneter Lebensmittelhändler, von dem Sie vorher noch nie etwas hörten, das Pfund Butter für zwanzig Cent im Dauerangebot hat, werden Sie zu Recht stutzig. Man ist als durchschnittlich intelligenter und lebenserfahrener Mensch naturgemäß doch immer etwas vorsichtig und kritisch. Die Frage lautet: Wo ist der Haken? Dass eben diese Frage bei Anbietern von Billigbestattungen häufig nicht gestellt wird, liegt an fehlenden Informationen. Hier sind sie:
Nehmen Sie sich einen Anwalt und klagen Sie. Es ist aber unwahrscheinlich, dass Sie in absehbarer Zeit etwas erreichen werden. Ihre Kosten werden eher noch steigen. Die deutschen Gerichte sind bekanntlich überlastet. Bis zur Verhandlung hat der betroffene Bestatter unter Umständen seinen Laden in den Konkurs gewirtschaftet und dessen Ehepartner eine schuldenfreie Neugründung aus der Taufe gehoben. Der Gewerbeschein kostet 20 Euro. Wenden Sie sich an die Medien. Es ist zwar für den einen oder anderen Betroffenen peinlich, man würde aber alle Zuschauer, Zuhörer bzw. Leser des Erlebnisberichtes vor teurer Leichtgläubigkeit im Bereich Bestattung warnen können. Wenn man einmal davon absieht, dass Sender des Privatfernsehens oder auch die BILD unter Umständen einige Euro für die Teilnahme an einem solchen Bericht zahlen, wird der betreffende Bestatter auf Grund des Medien-Echos vielleicht freiwillig die Rechnung seinen ursprünglichen Versprechungen anpassen.
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